Schöpferisches Leben

Gedanken zur Morgenroutine

Mich faszinieren Menschen, die in ihrem Leben konsequent, diszipliniert und überzeugt Dinge immer wieder tun, Routinen entwickelt haben und dabei bleiben.

Das Jahr 2016 war ein Jahr voller Veränderungen, Abschiede und Neuanfänge für mich und ich überlegte intensivst, wie ich meine Zeit als Lehrerin weitergestalten möchte. In einem Gespräch mit einem Freund kam damals die Morgenroutine zur Sprache. Er legte sein Handy im Schlafzimmer weiter weg vom Bett, musste also aufstehen, um das Weckerläuten am Morgen auszuschalten. Weiters erzählte er, dass er morgens Krafttraining mache, um richtig in Schwung zu kommen.

Mehr brauchte ich damals nicht! Das Buch Miracle Morning von Hal Elrod lag seit wenigen Tagen auf meiner Couch und sämtliche Youtube Videos über Morningroutinen hatte ich mir schon angesehen – es ging also los für mich!

Ich machte mir folgenden Plan:

* um 4 Uhr morgens aufstehen
* einen halben Liter warmes Wasser trinken
* 30 min mit dem Heimtrainer fahren und dabei etwas Inspirierendes lesen
* 30 min meditieren
* 15 min Yoga
* 30 min Tagebuch schreiben (Dankbarkeit ausdrücken, Visualisierungen niederschreiben, Affirmationen aufschreiben, „Morgenseiten“-kompakt nach Julia Cameron)
* 15 min ein kleines Bild malen
* um 6 Uhr duschen
* dann den Frühstücksbrei machen fürs Frühstück und die Vormittagsjause
* um 7 Uhr los in die Schule

Ich zog diese Morgenroutine fast 4 Monate durch, jedoch nicht immer an den Wochenenden. Es war erstaunlich, welche Auswirkungen ich in dieser Zeit feststellen konnte:

1. Ich schlief nicht mehr als sonst (ca. 6-7 Stunden), fühlte mich aber wacher und fitter.
2. Das Meditieren gelang mir immer besser, ich bekam immer mehr Zugang zur Stille in mir.
3. Das tägliche Aufschreiben, wofür ich dankbar bin (10 Dinge, Personen oder was auch immer) ließ mich eine tiefere Verbundenheit mit dem Leben verspüren und es ereigneten sich wunderschöne Synchronizitäten.
4. Die Yoga-Zeit, wenn auch nur kurz, löste körperliche Verspannungen und Verhärtungen und führte mich auch in emotionale Auflösungsprozesse.
5. Das Heimtrainerfahren ließ mich richtig gut aufwachen und mich körperlich präsent und stark fühlen.
6. Last but not least: Ich erhielt Antworten auf meine Fragen bzgl. Arbeit, Selbstständigkeit, Berufung, Bestimmung usw.
7. Daraus hat sich die Idee mit der Bildungskarenz ergeben, die mir dann glücklicherweise im Frühjahr (letztmalig für unabsehbare Zeit aufgrund des Lehrermangels) genehmigt wurde.

Diese Zeit war eine wirklich intensive und ich habe das Gefühl, dass ich durch diese morgendliche Hingabe und Disziplin vieles bewegen konnte in meinem Leben.

Mein Leben durchläuft verschiedene Phasen, und so hat sich auch meine Morgenroutine verändert, während meiner Bildungskarenz hat sich mein Tagesablauf verschoben, ich bleibe zumeist bis in die frühen Morgenstunden auf und schlafe dann ca. 7 Stunden.

Das Tagebuchschreiben und Meditieren mache ich weiterhin nach dem Aufstehen, und auch zwischendurch, ich habe ja jetzt mehr Zeit.

Meine Bewegungseinheiten finden nun abwechselnd im Fitness-Center, daheim am Heimtrainer oder auf der Yoga-Matte oder draußen in der Natur statt.

Lesen, malen und schreiben (jetzt vorallem die Texte für meine Website) füllt täglich viel meiner Zeit.

Ich möchte mit diesem Beitrag dazu ermutigen, sich bewusste Gedanken über den Ablauf in der Früh bzw. den ganzen Tag zu machen. Es ist nicht wichtig, wie früh man aufsteht und was man alles vor der Arbeit macht – ich finde, es ist wichtig, wie bewusst man den Tag startet.

Mittlerweile bleibe ich nach dem Aufwachen noch ca. 10-15 Minuten im Bett liegen, halte die Augen geschlossen und richte meine Blick nach innen, ähnlich wie beim Meditieren. Ich denke an den bevorstehenden Tag und bereite mich durch meine positiven Gedanken und Visualisierungen (ich stelle mir in Gedanken vor, wie der Tag sein soll) auf ihn vor.

Ich setze sozusagen eine Absicht für den Tag, dass mir gelingt, was ich mir vornehme, dass ich inspiriert bin in dem, was ich zu tun habe und dass ich in kreativer Schaffenskraft fließe.

10 bewusste Minuten für sich allein am Morgen können die gesamte innere Einstellung und damit den Tagesverlauf verändern.

Besser, man startet mit einer kleinen Veränderung, als man nimmt sich für den Anfang zu viel vor.

Es ist in jedem Fall eine Investition für sich selbst, in die eigene Entwicklung, für die eigene innere Welt, die Lebensfreude und Zufriedenheit! Viel Mut und Inspiration dafür!

 

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