Intuitives Malen & Gestalten

Ich sehe mich nicht als Künstlerin, sondern wie ein spielendes, experimentierendes Kind, das in den intuitiven-kreativien Zeiten dem Verstand auf der Zuschauerbank eine Pause gönnt und sich ganz dem Fluss der unvorhersehbaren Schöpferkraft hingibt!

Da ich zu jenen Menschen zähle, die von Natur aus „nicht zeichnen und malen können“ – und ja, ich habe das immer wieder bedauert und mich viel mit dieser scheinbaren „Blockade“ beschäftigt, vorallem, weil mein Vater über dieses Naturtalent verfügt – habe ich mir einen unvoreingenommenen, entspannten Zugang zu diesem kreativen Ausdrucksmittel aneigenen können.

Das bedeutet: Ich freue mich darüber, wenn mir ein Bild, das ich erschaffe, gefällt, wenn es aber nicht so ist, ist es auch gut!  Beim Malen geht es mir um den Prozess, nicht um das Ziel! Im restlichen Leben bin ich gerne prozess- und zielorientiert!

Ich zeichne und male, …

  • weil es sinnlich ist: Die Ausstrahlung der Farben, ihre Konsistenz, ihre Verhältnisse zueinander, ihr Mischverhalten, ihre Ausprägungen in den Formen, die sich ergeben, …
  • weil es meine Schaffenskraft anfacht: Hier kann ich mein freies Tun je nach eigener Stimmungslage (zögerlich, mutig, wild, spontan, …) erproben, ausweiten und vertiefen und dadurch zu neuem Know-How und immer mehr Sicherheit  gelangen.
  • weil es meine Intuition ausbildet: Ich male oft, wenn ich eigene Stimmungen, Gefühle, Fragestellungen, … aus mir heraus transportieren möchte. Wenn dann der Prozess vollzogen ist und das Endprodukt vor mir ist, kann ich auf neue Weise darüber reflektieren und schöpfe dadurch aus meinen Weisheitsquellen.
  • weil jede Mal-Zeit anders ist, unvorhersehbar, unplanbar – einfach eine achtsame, innige Zeit mit mir selbst.
  • und weil ich dabei entspannen kann, es mir Spaß macht und mir  Glücksgefühle beschert!

Dasselbe gilt auch fürs reflektierende Schreiben! Beides sind für mich Ausdrucksmöglichkeiten, die mich mit neuen Sphären in mir selbst in Verbindung bringen!

Wenn du weder malst oder zeichnest macht das gar nichts!

Ich empfehle allerdings jedem, für sich eine kreative Ausdrucksmöglichkeit zu finden, die andere und neue Bereiche in dir anspricht und eröffnet. Die es dir ermöglicht, in dich hineinzusinken, dich anders auszudrücken als im Alltag und in deinem Beruf, zu experimentieren, loszulassen, zu entspannen und neue Erfahrungen mit dir selbst zu machen!

Ob Modelleisenbahnbauen, Schnitzen, Kochen, Schmuck herstellen, sowie alle unendlich weiteren Möglichkeiten, … wir Menschen sind kreative Wesen, die sich ausdrücken möchten und in eine Tätigkeit hineinsinken wollen …

Maria Montessori nennt es die Polarisation der Aufmerksamkeit, bei der man von der Umgebung unbeeinflusst und unabgelenkt eine Beschäftigung ausübt, in die man in vollster Konzentration versinkt. Sie sagt, das bilde die Intelligenz und Persönlichkeit des Menschen aus.

Ich erlaube es mir, die Wörter Achtsamkeit und Bewusstheit der Aufmerksamkeit hinzuzufügen, sowie Intuition und Kreativität zu Intelligenz und Persönlichkeit …

  • Worin kannst du versinken?
  • Was facht deine „Polarisation der Aufmerksamkeit“ an?
  • Was wolltest du schon immer einmal ausprobieren?
  • Bei welcher Beschäftigung denkst du dir: Das kann ich unmöglich tun. … Warum nicht?

Tu es einfach und bleib dran, bis du etwas Tolleres gefunden hast! Viel Freude und viele neue Erkenntnisse dabei!

 

Einige Bücher, die mich immer wieder begleiten:

Flora Bowley: Malen! Mutig und intuitiv
Michele Cassou: Point Zero – entfesselte Kreativität
Arno Stern: Die Expression
Paro Christine Bolam: Love to create – Befreie den Künstler in dir!
Martin Schuster, Hildegard Ameln-Haffke: Selbsterfahrung durch Malen und Gestalten. Die therapeutische Kraft der Kunst nutzen
Mike Hellwig: Radikale Kreativität

 

Fotos: Monika Seidl